Leseprobe aus NOMADS 12 (also in english)

Kapitel 5
Zyrus erwachte in einem freundlich eingerichteten Zimmer. Außer dem medizinischen Überwachungsapparat neben seinem Bett gab es nichts, das einen Hinweis darauf ab, was er gerade hinter sich gebracht hatte. Wäre da nicht das Gefühl alle Kochen in seinem Leib seien gebrochen, würde ihn nichts beunruhigt haben. Allein die bloße Wahrnehmung des Schmerzes veranlasste das Gerät, ein Narkotikum in seine Venen zu diffundieren. Ein kleines Kunststoffband an Zyrus Oberarm begann zu vibrieren und der Schlauch daran zu zucken. Zyrus fühlte sich augenblicklich besser.
Die Erinnerungen kehrten zurück, während er die ockerfarbenen Wände und die bunten Bilder betrachtete, die das Zimmer zierten. Hier und da ein gerahmtes Familienfoto. Er sah Holzregale mit Büchern. Drei, vier Klassiker, einige Liebesromane. Eine Biografie über Monet und andere Künstler. Eine Weitere über Marie Curie. Alles in allem schien er sich im Zimmer einer Frau zu befinden.
Hinter dem breiten Fenster dehnte sich eine Felslandschaft, gesprenkelt von spärlicher Vegetation aus Büschen und Bäumen. In der Ferne erhoben sich Hügel und kahle, braune Berge. Die Sonne schien hell. Es musste Mittag sein.
Die Türe öffnete sich und eine Frau kam herein. Sie brummte ein “Guten Morgen“ und überprüfte die Daten auf dem Monitor.
Zyrus stemmte sich auf. „Darf ich fragen, wo ich bin?“
„Wo immer Sie sind, Sie werden, hoffe ich, nicht lange bleiben“, antwortete die Frau mürrisch. „Auch wenn Sie meiner Tochter das Leben gerettet haben, traue ich Ihnen nicht. Ich bin froh, wenn Sie uns wieder verlassen.“
„Woher dieser Argwohn?“
„Grundeinstellung. Hat uns oft gerettet.“
Zyrus fühlte sich nicht fit genug für eine Diskussion. Im Augenblick genügte es, dass man sich um ihn kümmerte. Und es war ziemlich sicher, dass er den berühmten Jablonski bald persönlich zu Gesicht bekommen würde.
„Wo ist Ramona jetzt?“, wollte Zyrus wissen.
„Sie macht sich nützlich. Mehr müssen Sie nicht wissen.

Chapter 5
Zyrus awoke in a nicely furnished room. Except for the medical monitoring device next to his bed, there was nothing to indicate what he had just been through. If it weren’t for the feeling that all the boils in his body were broken, nothing would have troubled him. The mere perception of pain caused the device to diffuse a narcotic into his veins. A small plastic band on Zyrus‘ upper arm began to vibrate and the tube on it began to twitch. Zyrus instantly felt better.
Memories returned as he looked at the ochre walls and colorful pictures that adorned the room. Here and there a framed family photo. He saw wooden shelves filled with books. Three or four classics, some romance novels. A biography on Monet and other artists. Another about Marie Curie. All in all, he seemed to be in a woman’s room.
Beyond the wide window stretched a rocky landscape, dotted with sparse vegetation of bushes and trees. Hills and bare, brown mountains rose in the distance. The sun shone brightly. It had to be noon.
The door opened and a woman came in. She mumbled a „Good morning“ and checked the data on the monitor.
Zyrus braced himself. „May I ask where I am?“
„Wherever you are, you won’t be staying long, I hope,“ the woman replied sullenly. „Even though you saved my daughter’s life, I don’t trust you. I’ll be glad when you leave us again.“
„Where did this suspicion come from?“
„Basic attitude. Saved us many times.“
Zyrus didn’t feel fit enough for a discussion. For the moment, it was enough that he was being taken care of. And it was pretty certain that he would soon get to see the famous Jablonski in person.
„Where is Ramona now?“ wanted to know Zyrus.
„She’s making herself useful. That’s all you need to know.“

Allan J. Stark

Allan J. Stark geb. 25. 01. 1968

Schreibe einen Kommentar